Die 50 berühmtesten / wichtigsten deutschen Unternehmerinnen seit 1949 bis 2018

Sind Führungspositionen in deutschen Unternehmen immer noch reine Männerdomänen? Vor zwanzig Jahren schien eine Kanzlerin an der Spitze der bundesdeutschen Regierung undenkbar. Heute sind Frauen als Spitzenkräfte fast selbstverständlich.

Susanne Klatten

Die Quandt-Tochter und BMW-Erbin hat Betriebswirtschaft studiert, gilt als reichste deutsche Unternehmerin und ist Geschäftsführerin der SKion, Aufsichtsrätin bei BMW, Aufsichtsratsvorsitzende bei SGL Carbon.

Özlem Türeci

Die Onkologin hat das umsatzstarke Biotech-Unternehmen Ganymed Pharmaceuticals gegründet und engagiert sich in Krebsforschung und Immuntherapie.

Ingrid Hofmann

Die gelernte Kauffrau gründete 1985 die I. K. Hofmann Personalleasing GmbH, eine der fünf größten Zeitarbeitsfirmen in Deutschland.

Renate Köcher

Die promovierte Leiterin des Instituts für Demoskopie Allensbach ist Aufsichtsrätin bei BMW, Nestlé, Allianz, Infineon und Bosch. Die Nachfolgerin von Elisabeth Noelle-Neumann hält nichts von expliziter Frauenförderung.

Anna-Katharina Alex

Die Volkswirtschaftlerin gründete 2012 mit Julia Bösch die Outfittery GmbH, eines der erfolgreichsten Startups in Berlin.

Gloria von Thurn und Taxis

Die Gräfin sanierte nach dem Tod ihres Mannes 1990 ein Imperium, das Industriebeteiligungen, Privatbanken und Immobilien umfasste. Sie engagiert sich u. a. in der Stiftung „Ja zum Leben“.

Regina Ziegler

Die Gründerin der erfolgreichen Filmproduktionsfirma hat ein Semester Jura und eine Ausbildung als Wirtschaftsdolmetscherin. Sie fördert Schauspiel- und Regienachwuchs.

Beate Uhse

1947 begann die ehemalige Pilotin eine Aufklärungsschrift zu verkaufen und gründete 1951 das Versandhaus Beate Uhse. 1962 eröffnete der erste Sex-Shop der Welt. Die 1981 gegründete Beate Uhse AG zeichnet seit 1999 an der Börse.

Melitta Bentz

Bentz erfand den vorgefertigten Kaffeefilter und ließ ihn patentieren. 1908 erfolgte die Unternehmensgründung. Die immer noch familiengeführte Melitta Unternehmensgruppe ist international tätig.

Ann-Kristin Achleitner

Die BWL-Professorin ist Aufsichtsratsmitglied der Metro Group, der Munich Re, der Linde AG und der Deutschen Börse AG. Achleitner lehnt Quotenregelungen ab, fördert jedoch Frauenkarrieren.

Angelique Renkhoff-Mücke

Renkhoff-Mücke übernahm 1998 das Familienunternehmen Warema Sonnenschutzsysteme, das als marktführend in Europa gilt. Sie ist Mitgründerin des Netzwerks „Initiative Chefsache“.

Simone Bagel-Trah

Die promovierte Biologin und Ururenkelin des Firmengründers, ist Vorsitzende des Aufsichtsrats der Henkel AG. Bagel-Trah engagiert sich für Frauenförderung.

Yvonne Bauer

Die Germanistin und Tochter des Firmengründers leitet seit 2010 die Bauer Media Group. Mit einem Umsatz von 2,3 Milliarden Euro steht sie Europas größtem Zeitschriftenverlag vor.

Nicola Leibinger-Kammüller

Die promovierte Philologin ist Vorsitzende der Trumpf Geschäftsführung und Mitglied des Aufsichtsrates bei Springer, Siemens und Lufthansa. Die vierfache Mutter engagiert sich in der akademischen Nachwuchsförderung.

Daniela Favoccia

Favoccia gelang innerhalb von fünf Jahren der Aufstieg zum Senior-Partner in der renommierten Kanzlei Hengeler Mueller. Die auf M&A-Transaktionen spezialisierte Juristin engagiert sich für Diversity.

Sigrid Nikutta

Die promovierte Psychologin und Mutter von fünf Kindern wurde 2010 Vorstandsvorsitzende und Betriebsvorstand der BVG. Sie führte das Unternehmen aus einer Schuldensituation zum Milliarden-Umsatz. Seit 2011 ist sie Aufsichtsratsvorsitzende der BVG-Tochter BT Berlin Transport GmbH.

Antje von Dewitz

Die in Wirtschaftswissenschaften promovierte Tochter des Firmengründers übernahm 2009 die Geschäftsführung des Familienunternehmens VAUDE und engagiert sich als vierfache Mutter für Umweltverträglichkeit.

Karen Heumann

Nach zwölf Jahren als Geschäftsführerin und Vorstandsmitglied bei Jung von Matt wandelte sie Kemper Trautmann in thjnk um. Sie war lange das einzige weibliche Vorstandsmitglied in der Agenturlandschaft Deutschlands.

Christine Strobl

Die älteste Tochter Wolfgang Schäubles, Volljuristin, ist seit 2012 Programmgeschäftsführerin der Degeto Film, die sie desolat von ihrem Vorgänger übernahm und erfolgreich sanierte.

Constanze Buchheim

Die Gründerin von I-potentials begann bei Spreadshirt und startete wenig später die digital basierte Personalberatung als einzige Frau in diesem Segment. Heute hat sie Martina Weiner als Co-Geschäftsführerin an ihrer Seite.

Judith Wallenstein

Nach einem Geschichts- und Germanistikstudium leitet Wallenstein das Henderson Institute der Boston Consulting Group in Europa. Wallenstein engagiert sich im Women@BCG.

Melanie Kreis

Kreis studierte in den USA Physik und Betriebswirtschaft in Frankreich. Sie war bei McKinsey und Apax tätig, bevor sie 2004 bei der Deutschen Post einstieg. Seit 2014 ist sie einziges weibliches Vorstandsmitglied.

Elke König

Die promovierte Diplomkauffrau, Wirtschaftsprüferin und ehemalige Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht ist seit 2014 erste Exekutivdirektorin der Abwicklungsbehörde des einheitlichen europäischen Bankenabwicklungsmechanismus in Brüssel.

Claudia Nemat

Sie studierte Physik, Philosophie und Mathematik, ging zu McKinsey, wo sie bis zum Senior Partner für Telekommunikation und Informationstechnologie aufstieg. 2011 wurde sie in den Aufsichtsrat der Deutschen Telekom berufen.

Anke Schäferkordt

Schäferkordt kam über das Führungsnachwuchsprogramm zu Bertelsmann. Sie war führend bei Vox und in der RTL Group tätig und konzentriert sich seit 2017 auf die Geschäftsführung der RTL Mediengruppe Deutschland und den Vorstand bei Bertelsmann.

Sabine Lautenschläger-Peiter

Die Juristin startete beim Bundesaufsichtsamt für Kreditwesen und kam als Pressesprecherin an die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, wo sie 2005 das Ressort der Großbanken übernahm. Ab 2011 amtierte Lautenschläger-Peiter als Vizepräsidentin der deutschen Bundesbank. Seit 2014 ist sie Direktorin der Europäischen Zentralbank und einzige Frau in diesem Gremium.

Julia Jäkel

Die unter anderem in Cambridge ausgebildete Jäkel ist seit 2012 im Vorstand von Gruner + Jahr und leitet den Konzern seit 2013 als Chief Executive Officer. Durch Umstrukturierungen gelang ihr die Konsolidierung der Verlagsgruppe.

Margret Suckale

Die Juristin begann ihre Karriere bei der Mobil Oil. 1997 kam sie zur Deutschen Bahn. Von der Leitung der Rechtsabteilung gelang ihr der Sprung in den Vorstand, in dem sie lange die einzige Frau blieb. Seit 2009 ist Suckale bei der BASF, seit 2011 als Vorstandsmitglied. Suckale gehört zum Aufsichtsrat der Deutschen Telekom.

Ute Wolf

Die Diplom-Mathematikerin begann, nach leitenden Funktionen im Finanzressort von Deutscher Bank, Telekom und Metro, 2006 als Leiterin des Zentralbereichs Finanzen der RAG. Während der Umgestaltung in Evonik Industries rückte sie zum Finanzvorstand auf, fokussiert das Unternehmen und brachte es erfolgreich an die Börse.

Kathrin Menges

Die Lehrerin wechselte 1990 ins Personalwesen. Zunächst bei der Bankgesellschaft Berlin, dann bei Tochtergesellschaften des Henkel-Konzerns. 2011 wurde sie als erste Frau aus den neuen Bundesländern in den Vorstand eines Dax-Konzerns berufen. Menges engagiert sich erfolgreich für Diversity.

Carola Gräfin von Schmettow

Von Schmettow hat Mathematik und Gesang studiert. Sie ist Vorstandssprecherin der Privatbank Trinkaus & Burkhardt und damit die einzige Frau, die eine deutsche Großbank führt. 2012 wurde sie in den Aufsichtsrat von ThyssenKrupp berufen.

Aenne Burda

Burda absolvierte vor ihrer Heirat eine kaufmännische Lehre. 1949 übernahm die dreifache Mutter den desolaten Verlag einer Sekretärin ihres Mannes, schuf ab 1950 mit Burda Moden eine der weltgrößten Modezeitschriften und legte den Grundstein zu einem Imperium, das sie selbst erst mit fünfundachtzig Jahren verließ. Sie unterstützte Frauen, hielt jedoch nichts von Emanzipationsbewegungen.

Friede Springer

Springer erbte nach sieben Jahren Ehe zusammen mit Kindern und Enkeln aus vorhergehenden Ehen. Sie wurde zur Managerin und Geschäftsführerin von Verlag und Holding, kaufte Anteile von Kirch und Burda zurück und sanierte mit Mathias Döpfner den Springer-Konzern.

Isa Gräfin von Hardenberg

Von Hardenberg studierte Englisch und Französisch bevor sie, nach ihrer Heirat und der Geburt von vier Kindern, die Agentur Hardenberg Concept gründete, zu deren Kunden Bertelsmann, BMW, Springer, Burda u.a. zählen.

Petra Scharner-Wolff

Betriebswirtin Scharner-Wolff wechselte 1999 zur Otto Group und zeichnete dort bald für das Controlling international verantwortlich. Die Mutter von zwei Kindern ist heute Otto-Bereichsvorstand.

Käthe Kruse

Angeregt durch den Maler Max Kruse, ihren späteren Ehemann, gestaltete sie Puppen, die 1910 das erste Mal bei Hermann Tietz ausgestellt wurden. Der Erfolg wurde zum Grundstein für das bis heute bestehende Unternehmen.

Margarete Haase

Die promovierte Betriebswirtin übernahm 2009 den CFO-Posten bei Deutz als damals erster weiblicher Finanzvorstand. Sie sanierte das Unternehmen, sodass 2017 der Einkauf des Weltmarktführers Torqueedo gelang. Haase engagiert sich für Chancengleichheit.

Dorothee Blessing

Nach BWL-Studium in St. Gallen wurde Blessing zunächst Analystin bei Goldman Sachs, 2001 Managing Director und 2005 Partnerin. Die Mutter von drei Kindern arbeitet seit 2014 im Investmentbanking für J. P. Morgan.

Hauke Stars

Die Informatikerin begann bei Bertelsmann mediaSystems, wechselte zu ThyssenKrupp und kam darüber zu Hewlett-Packard. Seit 2012 war Stars an der Deutschen Börse für Information Technology und Market Data zuständig, ab 2016 für den Aktienhandel. Stars ist eine von drei Vorständen in Dax-Unternehmen, die aus der DDR stammen.

Christine Hohmann-Dennhardt

Die ehemalige Justizministerin und Richterin am Bundesverfassungsgericht wurde 2011 zum Vorstandsmitglied bei Daimler berufen, 2016 wechselte sie zu Volkswagen, schied dort im Januar 2017 wieder aus.

Janina Kugel

Die Volkswirtschaftlerin kam 2001 zu Siemens. Sie startete als Bereichsleiterin Communications und übernahm 2012 bei Osram die Leitung des HR-Bereichs. Seit 2015 ist die Mutter von Zwillingen Vorstandsmitglied. Sie gehört zu den Gründungsmitgliedern der „Initiative Chefsache“.

Birgit Bohle

Die Wirtschaftswissenschaftlerin startete bei McKinsey. Zum Vertrieb der DB wechselte sie 2009 und wurde 2011 dessen Chefin. Seit August 2015 ist die zweifache Mutter Vorstandsvorsitzende der DB Fernverkehr.

Bettina Volkens

Die promovierte Juristin und Mutter von zwei Kindern war im Bundesumweltministerium tätig, bevor sie zur Deutschen Bahn kam und dort 2006 in den Vorstand aufstieg. 2012 wechselte Volkens zur Lufthansa und übernahm die gesamte Personalleitung.

Simone Menne

Die Betriebswirtin begann in der ITT Corporation bevor sie 1989 zur Lufthansa wechselte und schnell leitende Funktionen einnahm. 2012 war sie CFO und erster weiblicher Finanzvorstand eines DAX-Unternehmens. Mitte 2016 wechselte sie zu Boehringer Ingelheim.

Tina Müller

Sie studierte BWL und VWL und begann bei L’Oréal, wechselte zu Wella, dann zu Henkel. 2013 kam sie zu Opel, wo sie mit „Umparken im Kopf“ punktete. Seit 2017 hat sie den Vorsitz der Geschäftsführung von Douglas Parfümerie inne.

Helga Jung

Die promovierte BWLerin stieg 1993 bei der Allianz ein. Seit 2012 ist Jung, als erste Frau in der Firmengeschichte, Vorstandsmitglied. 2016 kam Jacqueline Hunt dazu.

Jil Sander

Die Textilingenieurin gründete 1968 die Jil Sander GmbH. Sander ging als eines der ersten Modeunternehmen an die Börse. Als sich 1999 der als Joint Venture geplante Verkauf an Prada zerschlug, trat Sander von ihrem Vorstandsposten zurück.

Evelin Brandt

Sie wollte Medizin studieren und wurde Designerin. 1972 kam sie nach Berlin und schuf ein Unternehmen, das europaweit Mode entwirft, anfertigen lässt und verkauft.

Ulla Berkéwicz

Die Schauspielerin und Autorin übernahm 2002, nach dem Tod ihres Mannes, den Suhrkamp Verlag. 2015 zog sie sich aus dem operativen Geschäft zurück und wurde Vorsitzende des Aufsichtsrates.

Valerie Holsboer

Holsboer begann 2003 bei verschiedenen Arbeitgeberverbänden in führenden Positionen. Seit 2017 ist die Mutter einer Tochter im Vorstand der Bundesagentur für Arbeit.

Saori Dubourg

1996 startete sie bei BASF und übernahm bald Führungspositionen. 2017 schaffte sie es in den Vorstand. Dubourg engagiert sich für Diversity.

Topmanagerinnen werden immer jünger. Unaufgeregt agieren sie auf höchster Ebene und setzen sich selbstverständlich für Diversity und Networking unter Frauen ein.
Das Bild der einsamen Karrierefrau bestätigt sich nicht. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden individuell gelöst.